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Geschichte

Stiftung Haus Oberschlesien wird 50

Der 4. Dezember 2020 ist für die Oberschlesier ein markantes Datum. Nicht nur, weil es das Fest der Heiligen Barbara ist, was in der vom Bergbau geprägten Region stets gefeiert wird. Am 4.12.2020 wurde vor genau 50 Jahren das Stiftungsgeschäft für die Stiftung Haus Oberschlesien unterschrieben – goldenes Jubiläum also. Der Text des Stiftungsgeschäfts war kurz und knapp gehalten: „Wir die Unterzeichneten (…) errichten hierdurch namens und im Auftrage der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V. (…) die Stiftung Haus Oberschlesien. Die Gründung erfolgte noch in Bonn, wo die Landsmannschaft damals ihren Sitz hatte. Doch man hatte schon einen neuen Sitz im Auge, denn im Stiftungszweck war die „Errichtung oder Erwerb eines Hauses, das den Namen Haus Oberschlesien tragen wird“ festgeschrieben. Die Vision damals: Haus Oberschlesien als kulturelles Zentrum der Oberschlesischen Volksgruppe. Das Land Nordrhein-Westfalen, seit 1964 Patenland der Landsmannschaft der Oberschlesier, sollte sich mit 250.000 DM am Stiftungsgeschäft beteiligen.

Villa Stiftung Haus Oberschlesien - Gründung 1970 (Archiv SHOS)

Geworden ist es eine Villa in Hösel an der Bahnhofstraße 67. Das Haus Oberschlesien wurde 1983 vom damaligen NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau feierlich eröffnet. Viele Oberschlesier trugen mit finanziellem, aber auch persönlichen Einsatz dazu bei, dass die Villa, das spätere Haus Oberschlesien, erworben und hergerichtet werden konnte. Man konnte damals Bausteine im Wert von 5 bis 100 DM erwerben, um das Vorhaben finanziell zu unterstützen. In der folgenden Zeit haben die Oberschlesier viele Exponate und Dokumente aus der Heimat zusammengetragen. Denn der Wunsch, das Kulturerbe der Heimat im Rahmen eines Museums zu präsentieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wurde immer größer. So wurde 1983 der erste Museumsbau errichtet. Die Stiftung und das Museum wurden damals vom Bund institutionell gefördert. Von dem Aufruf an die Landsleute, der Stiftung Exponate, Dokumente und andere Gegenstände aus der Heimat für das neue Museum zur Verfügung zu stellen, profitiert die Stiftung noch heute.

In der Zwischenzeit musste die Villa verkauft werden. Die Stiftung sitzt heute im ersten Museumsbau. Denn 1998 wurde auf der gegenüberliegenden Seite ein moderner Museumsbau eröffnet. Der Bund hat sich nach dem Regierungswechsel 1998 von der institutionellen Förderung der Stiftung und des Museums zurückgezogen. Dank der Entscheidung des inzwischen auch verstorbenen damaligen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement, wurde die Förderung des musealen Teils der Stiftung durch das Land Nordrhein-Westfalen übernommen. Im Haus Oberschlesien befinden sich heute Veranstaltungsräume sowie Archiv, Bibliothek und Büros der Stiftung.